Deutsche Gesellschaft für Krankenhausgeshichte
 

Geschichte

Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Krankenhausgeschichte


Die Gründungsjahre

Die DGKG wurde 1964 in Hamburg gegründet. Schon seit den 1950er Jahren hatte sich ihr Gründungsvater, der Würzburger Medizin- und Kunsthistoriker Prof. Dr. med. Dr. phil. Robert Herrlinger (1914 - 1968) in seinen Forschungen besonders mit der Hospitalgeschichte beschäftigt. Neben seinen wissenschaftlichen Arbeiten bewogen ihn Vorbilder in Italien und Frankreich, auch in Deutschland einen Fachverband für Hospitalgeschichte ins Leben zu rufen. Herrlinger kommt das Verdienst zu, sich als einer der ersten Medizin- und Kunsthistoriker in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Geschichte des Hospital- und Krankenhauswesens von der römischen Kaiserzeit bis zur Gegenwart in Lehre und Forschung befasst zu haben. Vor allem auf dem Gebiet der europäischen Hospitäler in der Renaissance konnte er grundlegende wissenschaftliche und zugleich populäre Beiträge veröffentlichen. Ihm gelang es zudem, durch Exkursionen, Vorträge und Tagungen einen großen Kreis von Ärzten, Architekten, Krankenschwestern und Denkmalpflegern für eine Mitarbeit in der neu gegründeten Gesellschaft zu gewinnen. Die erste von vielen gut besuchten Veranstaltungen führte die Gesellschaft anlässlich des 4. Deutschen Krankenhaustages in Stuttgart im Mai 1966 durch.

Frühe Förderer wie die Generaloberin der Caritas-Schwesternschaft, Elisabeth Mendéra, Freiburg, Landrat Wilhelm Adam, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Düsseldorf, und Prälat Werner Mühlenbrock, Köln, trugen die Ideen der DGKG in breite Kreise des Gesundheitswesens hinein. Sie setzten sich besonders in den 1960er Jahren für die Etablierung der Gesellschaft in den Berufsverbänden der Pflegeberufe und der Krankenhausverbände nachhaltig ein.

Entwicklungen seit 1968

Nach dem frühen Tod von Robert Herrlinger im Jahre 1968 übernahm der Düsseldorfer Medizinhistoriker Prof. Dr. med. Hans Schadewaldt von 1970 bis 1978 den Vorsitz der Gesellschaft. In seiner Ära fand in Berlin 1972 eine vielbeachtete Tagung zur Krankenhausgeschichte mit internationalen Fachgelehrten statt. Außerdem organisierte er zwei Studienfahrten zu den Marinehospitälern in England und Frankreich. Im Oktober 1978 wurde der damals in Münster lehrende Mediziner und Kunsthistoriker Prof. Dr. med. Axel Hinrich Murken zum Nachfolger Schadewaldts als Vorsitzender gewählt. Während seiner Zeit als Vorsitzender veranstaltete er für die Mitglieder regelmäßige, alle zwei Jahre stattfindende internationale Symposien und Exkursionen, an denen häufig mehr als 50 Personen teilnahmen. Ziel dieser Aktivitäten ist es bis heute, historisch bedeutsame Schauplätze der Hospital- und Krankenhausgeschichte in ganz Europa mit der Unterstützung von ausländischen Medizin- und HospitalhistorikerInnen kennenzulernen.

Nachdem Prof. Dr. med. Dr. phil. Axel Hinrich Murken sich 2009 nicht mehr zur Wahl als Vorsitzender zur Verfügung stellte, wurde Prof. Dr. med. Ernst Kraas aus Berlin im Mai 2009 zu seinem Nachfolger gewählt. Seit Mai 2014 hat PD Dr. Fritz Dross von der Universität Erlangen-Nürnberg den Vorsitz inne.  
Das im Mai 1966 als Mitteilungsblatt für die Mitglieder der DGKG gegründete Journal Historia Hospitalium entwickelte sich unter der Herausgeberschaft Murkens von 1972 bis 2010 von einem schmalen Heft zu einem Jahrbuch mit zahlreichen Beiträgen zu allen Bereichen der Krankenhausgeschichte. Die Aufsätze und Berichte wurden sowohl von Architektur-, Medizin- und SozialhistorikerInnen als auch von engagierten ÄrztInnnen und KrankenpflegerInnen verfasst. Die Jahrbücher umfassen in der Regel mehr als 300 Seiten mit mehr als 100 Abbildungen. Das Jahrbuch hat einen wissenschaftlichen Teil, einen Teil mit den Kommunikationen der DGKG und einen Rezensionsteil.

Von 2011 bis 2014 lag die Redaktion von Historia Hospitalium in den Händen von Prof. Dr. Christina Vanja aus Kassel und Prof Dr. Gunnar Stollberg († 25.03.2014), Bielefeld. Seit Gunnar Stollbergs Tod wird die Redaktion gemeinsam von Prof. Dr. Christina Vanja und Dr. med Florian Bruns, Berlin, wahrgenommen.

Die bisherigen Vorsitzenden der Gesellschaft waren:

Robert Herrlinger (1914 - 1968)
Robert Herrlinger war einer der ersten, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland mit der Geschichte des Hospital- und Krankenhauswesens in Lehre und Forschung beschäftigte und dazu grundlegende wissenschaftliche Beiträge veröffentlichte. Ihm gelang es als vielseitig engagierter Hochschullehrer in Kiel und Würzburg, Medizinhistoriker, Ärzte, Architekten, Krankenschwestern und Denkmalpfleger für eine Mitarbeit zu gewinnen. Eine frühe Förderin war Generaloberin Elisabeth Mendéra, die sich von Anfang an für die Etablierung der Deutschen Gesellschaft für Krankenhausgeschichte in den Berufsverbänden der Pflegeberufe einsetzte.

Hans Schadewaldt (1923 - 2009)
Hans Schadewaldt, damals Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin an der Universität Düsseldorf, übernahm nach dem plötzlichen Tod von Robert Herrlinger von 1970 bis 1978 den Vorsitz der Gesellschaft. Ihm gelang es mit seinen vielfältigen Verbindungen der Hospital- und Krankenhausgeschichte eine breite öffentliche Resonanz zu verschaffen.

Axel Hinrich Murken (*1937)
Auf der Düsseldorfer Mitgliederversammlung im Oktober 1978 wurde Axel Hinrich Murken, damals Hochschullehrer am Institut für Geschichte und Theorie der Medizin an der Universität Münster, zum Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Ägide wurden seit 1982 im regelmäßigen Turnus von 2 Jahren internationale Symposien, verbunden mit Exkursionen, durchgeführt. Nach 31 Jahren als Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Krankenhausgeschichte trat Prof. Dr. med. Dr. phil. Axel Hinrich Murken in der Mitgliederversammlung in Berlin am 9. Mai 2009 nicht mehr zur Wiederwahl an. Die Mitgliederversammlung beschloss in der Sitzung, Axel Hinrich Murken zu ihrem Ehrenvorsitzenden zu wählen und dadurch seine Leistungen und Verdienste um die Gesellschaft zu würdigen.

Ernst Kraas (*1941)
Auf der Mitgliederversammlung im Mai 2009 wurde als Nachfolger von Axel Hinrich Murken der Chefarzt Ernst Kraas gewählt. Prof. Dr. med. Ernst Kraas ist Professor für Chirurgie und Chefarzt des Zentrums für Minimalinvasive Chirurgie an den DRK-Kliniken Berlin-Westend. Er ist der erste Nicht-Historiker als Vorsitzender der DGKG. Er brachte die Themen der sozioökomischen Entwicklung des Krankenhauses sowie der Kunst im Krankenhaus verstärkt in die Gesellschaft ein. Er bemühte sich besonders um die Intensivierung der Verbindung zwischen der DGKG und den Universitätsinstituten für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin. 2014 wird er den Vorsitz an PD Dr. Fritz Dross übergeben.

Fritz Dross
Der Erlanger Medizinhistoriker PD Dr. Fritz Dross ist seit 2014 Vorsitzender der DGKG.
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